Kulturexkursion zum Deutschen Fußballmuseum nach Dortmund

  • Minden

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Dilyar (12 Jahre)

Schon letztes Jahr war eine Kulturrucksack-Gruppe aus Minden in Dortmund. Damals haben wir im Dortmunder U auf der UZwei bei Dirk Mempel einen Meidenworkshop gemacht und ein eigenes Computerspiel entwickelt. Als wir damals vom Bahnhof zum U liefen, kamen wir an dem neu eröffneten Fußballmuseum vorbei. Die Augen der Jugendlichen leuchteten damals sehr und ich – Kulturrucksackbeauftragte für die Stadt Minden – ließ mich überreden: Ja, wir versuchen einen Besuch im Fußballmuseum im nächsten Jahr in den Kulturrucksack zu packen.

Am Samstag, den 18.06.2016 war es dann so endlich weit: Mit den Jugendhäusern Alte Schmiede und Geschwister Scholl fuhren insgesamt 17 Jugendliche und vier Begleitpersonen mit dem Zug nach Dortmund.

Auf der Hin- und Rückfahrt wurden alle Teilnehmer*innen interviewt. Auf der Hinfahrt ging es um Fragen wie: 

  • Was hast du für Erwartungen an den heutigen Tag? 

  • Warst du schon einmal in einem Museum? Wenn ja, in welchem?

  • Stell dir vor, du müsstest einem Außerirdischen erklären wie ein Museum ist – wie würdest du das beschreiben?

  • Glaubst du, dass das Fußballmuseum anders als andere Museen ist? (und wenn ja, warum?)

Die Erwartungen an den Tag waren sehr unterschiedlich. Die einen fanden es einfach spannend, an einer Kulturexkursion teilzunehmen und andere hatten die Erwartungen, konkret etwas für die Geschichte des Fußballs zu erfahren oder sogar einen Fußball-Star zu treffen! Das Dortmund eine „coole“ Stadt ist – da waren sich fast alle einig. Von vielen Jugendlichen wohnen dort auch Verwandte.

In Museen waren fast alle Teilnehmer*innen schon einmal. In der Regel in den Mindener Museen für Geschichte.

Die Mehrheit beschrieb Museen als:

  • Langweilig, manchmal ist es spannend und manchmal nicht

  • große und hohe Gebäude, wo interessante Dinge ausgestellt sind oder Dinge, die von interessanten Menschen gemacht worden sind

  • Orte, wo alte Kulturen gezeigt werden und Sachen aus der Vergangenheit

  • Wertvolle und unverkäufliche Sachen, Sachen, die man im „echten“ Leben nicht sieht

  • Orte wo Beamte sind, die aufpassen

  • Orte, wo nicht fotografiert und nichts angefasst werden darf

  • Vor der Tür eines Museums findet man oft schon Sachen, die auf die Inhalte des Museums hinweisen

  • Man kann viel hinter Glas sehen

  • Orte, wo man über bestimmte Themen mehr erfahren kann

Fast alle waren sich einig, dass das Fußballmuseum sich von anderen Museen unterscheidet. „Klar unterscheidet sich das! Es geht ja um Fußball“, fasste der 13-jährige Bayar die Frage zusammen.

Der Besuch im Museum war insgesamt sehr gut! Als eindeutige Highlights wurden die Filmeinspielungen benannt (hier vor allem das „3D Kino“ und der „Ball“), die Moderationskammer, die kleinen Anekdoten, diverse Rekorde von Fußballern und die Schatzkammer mit den Pokalen. Auch dass unser Museumsführer jede Frage beantworten konnte.

Weniger gut fanden die Teilnehmenden, dass die Führung etwas zu lang war – wenngleich sie den jungen Mann sehr nett fanden und die Inhalte interessant – und sehr theoretisch („Ich finde wir hätten mehr ausprobieren sollen!“). Und dass wir die Schlüsselbänder (welche zu Beginn der Führung ausgehändigt wurden zwecks Erkennungsmerkmal) am Ende wieder abgeben mussten.

Abschließend wurde allen Teilnehmenden noch die Frage gestellt:
„Stell dir vor, die Stadt Minden kommt auf dich zu und bittet dich, ein neues Museum für Minden zu bauen. Wie findest du müsste dein Museum unbedingt gestaltet sein, dass es in deinen Augen ein gutes Museum wird?“

Folgende spannende Antworten gaben die jungen Museums-Entwerfer*innen:

  • „Die Inneneinrichtung des Museums sollte in jedem Fall etwas mit den Ausstellungsinhalten zu tun haben.“

  • „Ich würde alle paar Monaten komplett das Thema des Museums wechseln! Also mal Hip-Hop, mal etwas über den Krieg etc. Also kein reines Museum für Geschichte oder Kunst. So dass für alle Menschen mal was Interessantes dabei ist!“

  • „Dass es keine Wartezeiten gibt.“

  • „Mehr Aktivitäten, also Sachen zum Mitmachen und Ausprobieren.“ (wurde mehrfach genannt)

  • „Das Museum sollte groß sein!“ (wurde mehrfach genannt)

  • „Viele neue Medien wie Videos, Videospiele…“

  • „Ich würde schon außen an meinem Museum etwas machen, was die Menschen neugierig macht, so dass sie Lust haben, dann rein zu gehen.“

  • „Mein Museum bräuchte einen guten Namen.“

  • „Bei den Führungen durch das Museum sollten die Menschen immer wieder praktisch mit einbezogen werden.“

  • „Meine Mitarbeiter sollten locker drauf sein und gut mit anderen Menschen umgehen können, nicht genervt sein und vor allem ein Herz für Kinder haben!“

  • „Ich würde allen Besuchern am Ende ein Geschenk geben!“

  • „Ich würde versuchen das Thema des Museums stärker in anderen Bereichen aufzugreifen. Zum Beispiel hätte man im Fußballmuseum unsere Gruppe als Mannschaft benennen können und uns allen eine Nummer geben können. Darauf hätte man dann immer wieder zurückgreifen können.“

  • „Ich würde mir – wie die im Fußballmuseum das mit Adidas machen – auch einen Werbepartner suchen.“

 Uns hat es sehr gut gefallen! Danke an das Team des Fußballmuseums.

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