Maulwurfstadt

  • Städteverbund Duisburg – Dinslaken

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Max Bilitza

Eine „Maulwurfstadt“, was soll das sein? Der Künstler und Workshopleiter Max Bilitza hat sich diesen Titel ausgedacht, um die Teilnehmenden dazu zu ermuntern, einmal ganz nah hinzuschauen. Ein Maulwurf kann schlecht sehen und hat eine besondere Sicht auf die Dinge. In Bilitzas Workshop, den er im Juli einmal in Dinslaken im Museum Voswinckelshof und einmal in Duisburg in der Tanzwerkstatt Ulla Weltike anbot, ging es genau darum.

Was sind die Gemeinsamkeiten und was die Unterschiede der beiden Ruhrgebietsstädte? Welche Orte sind spannend? Was fällt ins Auge, wenn man mal ganz andere Perspektiven einnimt?
Die 16 TeilnehmerInnen des Workshops nahmen die beiden Städte mit gestalterischen Werkzeugen unter die Lupe und entwickelten eine gemeinsame Ausstellung. Im Großen das ganz Kleine erblicken, war das Motto.
Ein Teil der Ausstellung waren zum Beispiel Miniatur-Welten in Marmeladengläsern. Dazu wurden kleine Spielzeugfiguren im Stadtraum inszeniert und fotografiert. Die Jugendlichen arrangierten ihre winzigen Figuren mal in einer Pfütze auf dem Bürgersteig, mal als „Bergsteiger“ auf einem Muffin oder auf Brotresten. Die Aufmerksamkeit richteten sie so auf die normalen und absurden Dinge des Alltags. Die entstandenen Fotos wurden laminiert und mit den Miniatur-Figuren und allerlei weiteren Gegenständen wie Steinen, Hölzstücken, Scherben und Münzen in einem Marmeladenglas zu einem Mini-Kosmos zusammengefügt.

Unterstützt von der Museumspädagogin Cordula Hamelmann erlebten die Gruppe dann noch eine Stadtführung der besonderen Art. Hamelmann erzählte an ausgesuchten Orten in Dinslaken Geschichten zur Stadtentwicklung und die Teilnehmenden dachten sich zu diese Erzählungen direkt vor Ort Foto-Installationen aus.  

Im Werkraum bauten die Kinder aus buntbemalten Streichholzschachteln ihre Vision von ihrer „Stadt 2060“. Und sie gestalteten einen „Zeit- und Kulturtunnel“ aus Babygläsern, der Duisburg und Dinslaken symbolisch verbindet und durch den ein Industrieschlauch führt. Diese und noch einige Objekte mehr sind in der Ausstellung zu bewundern, die die Teilnehmer zusammen mit dem Künstler und dem Team des Museums konzipiert haben. 

Wie entwickelt man eine Ausstellung? Welche Werke sollen an welcher Stelle stehen? Was ist wichtig, wenn man mit Journalisten redet? Wie läuft eine Ausstellungseröffnung ab?
Neben ihrem künstlerischen Tun stellte sich die Gruppe auch all diese Fragen. In kleinen Theaterübungen schlüpften die TeilnehmerInnen in die Rolle der Journalistin, die sich über das Projektziel informieren wollte oder spielten den Kurator, der eine Eröffnungsrede vor ausgesuchten Persönlichkeiten hielt. 

Mit diesem Rüstzeug im Gepäck trat die Gruppe dann vor die richtige Presse, gab der Zeitung Interviews und führte die Besucher bei der Vernissage durch die Ausstellung. Im Anschluss an die Reden, die von Thomas Pieperhoff, dem Referent des Bürgermeisters und von Museumspädagogin Cordula Hamelmann gehalten wurden, führten die jungen Künstler die Gäste gemeinsam mit Max Bilitza durch die Stationen der Ausstellung und standen den Rückfragen der Presse Rede und Antwort.

Die Ausstellung ist noch bis zum 11. September (Di–So, jeweils 14:00–18:00 Uhr) geöffnet.
Es ist geplant, dass Kunstkurse die Ausstellung im Rahmen des Unterrichts besuchen und außerdem soll eine Postkartenreihe mit ausgesuchten Foto-Motiven gedruckt werden, die das Ausstellungs-Projekt weiter bekannt machen soll.    

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