Im Sturzflug zur RuhrTriennale

  • Minden

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Julia Raphaela Müller

An einem Samstag im August ging es in Minden um 12:00 Uhr los: Wir machen eine Kulturexkursion zur Ruhrtriennale! Ein Reisebus sammelte die Jugendlichen an den verschiedenen Jugendhäusern ein. Zunächst ging es nach Bottrop zur Halde Haniel. „Wir haben von Minden aus eine lange Anfahrt und da haben wir überlegt: Was können wir auf dem Weg nach Dinslaken noch mitnehmen? Mir war es wichtig, dass wir einen Ort besuchen, der typisch ist für das Ruhrgebiet und das sind zum Beispiel die Halden!“, erläutert Julia R. Müller vom Kulturbüro. Der Bus musste unten warten und die Halde zu Fuß bestiegen werden – das gab nicht nur viel Gestöhne, sondern auch hochrote Köpfe. Am Ende waren aber alle froh, dass sie den beschwerlichen Weg auf sich genommen haben. „Das hat sich voll gelohnt! Die Aussicht ist der Hammer!“ so das einstimmige Fazit. Auf der 185 m über NN gelegenen Halde – die höchste begehbare Halde der Metropole Ruhr – erwartete uns neben einem überwältigenden Panorama eine Reihe aus 100 Totempfählen, die der baskische Künstler Agustín Ibarrola aus Bahnschwellen schuf. Ein weiterer magischer Ort auf der Halde: Die 800 Personen fassende „Bergarena“ in einer künstlichen Senke. Der Haldenbesuch wurde von einem Selfie-Contest mit den „echten“ Kulturrucksäcken begleitet: Wem gelingt es, ein originelles Selfie mit Kulturrucksack zu schießen?

Wieder unten angekommen, ging es mit dem Bus weiter nach Dinslaken zur Ruhrtriennale. Wir haben uns das Open Air Familientheaterstück von dem belgischen Theaterkollektiv „Studio ORKA" ausgesucht. Der Titel des Stücks: „Sturzflug". Cathrin Rose von der Ruhrtriennale nahm uns in Empfang: „Herzlich willkommen und schön, dass ihr den weiten Weg auf euch genommen habt! Das Stück wird heute zum ersten Mal aufgeführt und die Schauspieler*innen sind wahnsinnig aufgeregt. Vor einer Woche ist nämlich eine der Hauptdarstellerinnen erkrankt und nun musste jemand auf die Schnelle einspringen. Außerdem sprechen die Schauspieler eigentlich gar kein Deutsch, sondern haben das extra für das Stück gelernt. Das hört sich manchmal vielleicht etwas lustig an, wundert euch nicht." Und schon ging es los: Das eindrucksvolle Bühnenbild (es rauchte und blubberte), die Energie der Schauspieler*innen (absolut charmant der Akzent! – „Voll süß", befand auch Jenny, 13 Jahre) und die schlüssige und runde Inszenierung haben uns alle schnell in ihren Bann gezogen. Auch der nach einer halben Stunde einsetzende Platzregen, der zu einer längeren Regenpause führte, konnte die Begeisterung nicht trüben. Am Ende gab es tosenden Applaus, schlammige Schuhe, nasses Publikum und erschöpfte aber glückliche Mindener Jugendliche. Um 0:45 Uhr war die Gruppe wieder in Minden. „Ich bin froh, dass alles geklappt hat und die Stimmung gut ist. Ich kenne ja die Ruhrtriennale und bin total begeistert. Aber die Kids kannten die bis dato nicht. Mir war wichtig, dass unsere Mindener Kinder und Jugendlichen die Erfahrung machen: So kann Kultur auch sein! Und es gibt über die Grenzen Mindens hinaus noch viele spannende Orte zu entdecken. Ich denke mit dem Ausflug ist das gelungen. Die Kooperation der Ruhrtriennale mit dem Kulturrucksack ist ein Geschenk – mich wundert, dass dieses Angebot nicht mehr Städte annehmen." resümiert Julia R. Müller. „Ich bin aber auch froh und dankbar, dass die Jugendhäuser sich darauf eingelassen haben. Ohne deren Beziehungsarbeit und Ansprache an die Jugendlichen wäre der Bus wohl leer geblieben. So eine Exkursion ist ja auch immer mit etwas Abenteuer verbunden. Und dafür muss man die Offenheit und den Mut haben. Und das haben sie! Das ist klasse!"

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