Vier Tage lang wurde gesprüht, gezeichnet, geschnitten, ausprobiert und weiterentwickelt: Im Ferienprojekt „Full Color – Graffiti“ konnten neun Kinder und Jugendliche Graffiti als vielseitige Form künstlerischen Ausdrucks kennenlernen und eigene Bildideen umsetzen.
Im Mittelpunkt stand dabei nicht das Arbeiten nach vorgegebenen Motiven, sondern die Entwicklung einer eigenen gestalterischen Sprache. Die Teilnehmenden entschieden selbst über Schriftzüge, Motive und Farbkombinationen und konnten unterschiedliche Techniken in ihrem eigenen Tempo erproben. So entstanden im Laufe der Woche sehr individuelle Arbeiten.
Zum Einstieg beschäftigte sich die Gruppe mit dem charakteristischen Aufbau von Graffiti-Buchstaben. Aus ersten Zeichnungen entwickelten sich eigene Schriftzüge, farbige Hintergründe wurden gesprüht und erste Schablonen angefertigt. Am zweiten Tag ging es um die Weiterentwicklung der Entwürfe: Mit Acrylmarkern, Konturen und 3-D-Elementen erhielten die Buchstaben zunehmend Tiefe und einen eigenen Charakter.
Ein bildreicher Einblick in die Geschichte und Entwicklung der Graffiti-Kultur eröffnete am Mittwoch noch einmal neue Perspektiven auf die eigene Arbeit. Anschließend entwarfen und schnitten die Kinder und Jugendlichen Motivschablonen und experimentierten damit auf unterschiedlichen Bildträgern. Neben vorbereiteten Flächen wurden auch Kleidungsstücke gestaltet – so wurde unmittelbar erfahrbar, wie sich ein Motiv je nach Material, Untergrund und Farbauftrag verändert.
Am letzten Projekttag wurden die entstandenen Arbeiten fertiggestellt, gemeinsam betrachtet und für eine kleine Abschlussausstellung ausgewählt. Bei der Präsentation für die Eltern konnten die Teilnehmenden nicht nur ihre Ergebnisse zeigen, sondern auch von ihren Ideen und den verschiedenen Arbeitsschritten erzählen.
Über die vier Tage hinweg arbeitete die Gruppe mit großer Konzentration und sichtbarer Freude. Die Kinder und Jugendlichen erweiterten ihre Kenntnisse in Schriftgestaltung, Schablonenschnitt, Farbauftrag, Konturierung und räumlicher Darstellung. Gleichzeitig konnten sie erleben, wie aus einer ersten Skizze durch Experimentieren, Verändern und eigene Entscheidungen Schritt für Schritt ein persönliches Werk entsteht.
Auch die räumlichen Bedingungen trugen zur angenehmen Atmosphäre bei. Die jugendgerechten Räume des CVJM boten neben konzentrierten Arbeitsphasen genügend Möglichkeiten für Bewegung und Begegnung. Billard, Tischtennis und Kicker sorgten in den Pausen für einen guten Ausgleich und förderten den informellen Austausch innerhalb der Gruppe.
Von zehn angemeldeten Kindern und Jugendlichen konnten neun teilnehmen; ein Kind fiel krankheitsbedingt aus. Das Projekt wurde ansonsten wie geplant umgesetzt und verband künstlerisches Lernen, selbstständiges Gestalten und gemeinschaftliches Erleben auf sehr natürliche Weise.

