Die Wundermauer

  • Ahlen

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Regina Schaschkewitz

Am Mittwoch, 15.11.2017 stieß ich um 9:30 Uhr am Ahlener Bahnhof zu der Klasse 7a der Fritz-Winter Gesamtschule aus Ahlen, um sie zu begleiten. Der Grund meiner Begleitung? Ein Ausflug zum Helios Theater in Hamm, in dem wir die Vorstellung „Die Wundermauer" sahen.

Unser Besuch im Helios Theater begann mit einer Einführung der Theaterpädagogin Nina. Interessant hierbei war, dass sie zunächst fragte, was sich die Jugendlichen denn unter dem Titel „Die Wundermauer" vorstellen. Aufgrund der Krone auf dem Plakat kam die Klasse schnell zu dem Schluss, dass ein König vorkommen müsse. Soweit so gut. Mit einer Glocke zeigte sie uns den Start an und los ging es in den Bühnenraum. Leise murmelnd bewegte sich die Gruppe in Richtung einer kleiner schlichten Bodenbühne. Der Spielbereich war durch einen langen roten Teppich dargestellt mit zwei niedrigen Sitzbänken zu beiden Seiten.

„Die Wundermauer" ist eine alte Geschichte, die der Regisseur Michael Lurse mit seinem Team zu einem Theaterstück umschrieb, gespielt durch Marko Werner als ein „Ein-Mann-Stück". Gespannt lauschten die Kinder, wie der Schauspieler die Geschichte eines Volkes szenisch erzählte: Einem Volk ging es sehr gut: Immer, wenn sie etwas brauchten, gingen sie in eine große offene Halle, in der allerlei Waren ausgestellt waren, die sie sich einfach nehmen konnten ... bis ein neuer König gewählt wurde, der Gewinn machen wollte durch „Wundermauern", die die Waren vom Volk trennten. Nun mussten die Menschen bezahlen und jeder wollte immer nur das Neueste und Schönste haben. Das Ende vom Lied : Der König wurde immer reicher und das Volk immer ärmer. Es wurde zum „Konsumopfer". 

Marko Werner gestaltete das Stück und die einzelnen Figuren mit verschiedenen Stimmen sehr lebendig und eindrucksvoll. Er bezog die Jugendlichen mit ein, durch direkten Blickkontakt oder indem er sie ansprach und zwei, drei Fragen stellte – dies kam gut an.

Nach der Aufführung ging es zur Nachbesprechung mit der ganzen Klasse, dem Regisseur, der Theaterpädagogin und dem Schauspieler. Nun fingen die Jugendlichen an, über die Gesellschaft mit oder ohne „Wundermauern" zu diskutieren. Hätte dies funktioniert? Welche Regeln müsste es vielleicht geben? Und das Wichtigste: Wie würde es denn bei uns aussehen? Sind wir verblendet von Marken und Trends? Von Schönheit und Geld?
Die Aussage eines Schülers auf die Frage „Wundermauer heute: geht oder geht nicht? " fasste die ganze Diskussion ganz gut zusammen: „Die Menschen würden sich das nehmen, was sie wollen und nicht das, was sie brauchen!"

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