In dem Angebot „Diskriminierung? Nein, danke!“ erhalten die Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, sich, über die Methode des „Theaters der Unterdrückten“, auch „Forumtheater“ genannt, mit dem Thema Diskriminierung, der Entstehung von Diskriminierung und dem Entwurf von Handlungsstrategien gegen Diskriminierung auseinanderzusetzen.
Das Theater der Unterdrückten stellt den Auftrag in den Vordergrund, über theatrale Zügänge, Momente der (Alltags-) Unterdrückung aufzudecken und produktiv zu verändern. Prozesse der alltäglichen Unterdrückung haben in (post-)moderenen Gesellschaften wie der europäischen mannigfaltige Gesichter und sind teilweise fester Bestandteil spezifischer Alltagspraxen. Zu betonen sind Prozesse der institutionellen Diskriminierung, die als ‚stille‘ oder ‚unsichtbare‘ Agitatoren die Strukturen der Institution tragen und somit Prozesse sozialer Ausgrenzung entlang schlechterer Bewertung von Leistung, aufgrund der Nichtbeachtung bestehender Eingangsdifferenzen und der einfachen Abbildung eben dieser beispielsweise in Form von Schulnoten.
Rassismus, kultureller Rassismus und Diskriminierungen aufgrund von Geschlecht, Alter, sexueller Orientierung bilden alltägliche Mechanismen der Unterdrückung.
Die Methode ‚Forum-Theater‘ ermöglicht es den Kindern und Jugendlichen zum einen, sich tiefergehender mit den Mechanismen von Diskriminierung auseinander zu setzen. Zum Anderen werden die SuS dazu aufgefordert, in ihren alltäglichen Erfahrungen nach solchen Momenten zu suchen und diese auf die Bühne zu bringen und gemeinsam mit den anderen nach einer konstruktiven Lösung für spezifische Unterdrückungs-Situationen zu suchen. Diese Lösungen konstituieren sich stets zugunsten des ‚Opfers‘ einer Unterdrückungssituation und sollen helfen, die Handlungsfähigkeit der unterdrückten Person wiederherzustellen.
Im Rahmen des hiesigen Angebots werden die Teilnehmenden, gemeinsam mit der Workshopleitung verschiedene Situationen, in denen diskriminierende Handlungen dargestellt werden, szenisch umsetzen und diese aktiv verändern. D.h., dass die dargestellten Szenen angehalten werden, die Protagonisten einer Szene durch andere Teilnehmenden, die eine Idee haben, wie die zugrundeliegende Situation für das Opfer von Diskriminierung positiv verändert, bzw. diskriminierende Handlungen beendet werden können, ersetzt werden; und diese spielerisch ihre Lösungsvorschläge ausprobieren können.
Musik und Kunstschule Bielefeld, Burgwiese 9, 33602 Bielefeld