Zum Inhalt:
Mutter in der Entziehungskur, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise. Maik Klingenberg wird die großen Ferien alleine am Pool der elterlichen Villa in Marzahn verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow kommt aus einem der Assi-Hochhäuer in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz.
Zunächst stellt der Schauspieler Martin Bretschneider das Jugendbuch in Form einer szenischen Lesung vor, die ca. 45 Minuten dauert. Obwohl in der kurzen Zeit nur Ausschnitte des Buches, eine sogenannte Strichfassung, vorgetragen werden kann, erhalten die jungen ZuhörerInnen den Eindruck eines gesamten dramatischen Bogens und einer abgeschlossenen Vortragsform ohne die ganze Geschichte zu verraten.
Im Anschluss werden Methoden und Techniken zu szenischen Lesungen im Plenum für ca. 45 Minuten unter Anleitung des Theaterpädagogen und der Schauspielerin diskutiert und erprobt.
Schließlich werden die TeilnehmerInnen in Gruppen zu mindestens 3 bis maximal 6 Personen aufgeteilt und erhalten einen spannenden, lustigen oder entscheidenden Ausschnitt aus der Lektüre, der nicht vorgetragen wurde. In den Kleingruppen erarbeiten sich die TeilnehmerInnen diese Teilstücke (ca. 6 Seiten) mit Unterstützung von zwei TheaterpädagogInnen, dem Schauspieler und der Lehrkraft als kleine szenische Lesung. Dauer der Gruppenarbeit: ca. 60 Minuten.
Diese werden wiederum im Plenum als szenische Lesungen vorgestellt. Die Vorstellung des Buches, der Inhalt und die Figuren verdichten sich, so dass dieser Workshop den Einstieg in die Lektüre erleichtert und die TeilnehmerInnen animiert das ganze Buch zu lesen.
Die SchülerInnen nehmen aktiv an einer szenischen Lesung mit einem professionellen Schauspieler teil, sammeln sehr dicht am Geschehen Erfahrungen als Publikum, sie diskutieren diese Erfahrungen und erproben verschiedene Möglichkeiten des Vortragens, sie setzen sich mit dem Teilstück einer Lektüre intensiv auseinander, transferieren den Prosatext in lebendige Sprache und lernen schließlich ihre Ergebnisse vorzustellen und vor einer Gruppe zu agieren. Sie lernen außerdem ein altersgerechtes Buch kennen und erarbeiten sich selbst eine Einstiegshilfe. Die Jugendlichen werden motiviert, Lektüre zu lesen.