„Partizipation im Kulturrucksack“

Zweiter Erfahrungsaustausch am 04. November 2021 in der Stroetmanns Fabrik, Emsdetten

„Eigene Themen werden zum Inhalt des Projektes“, „Bedarfsgerechte Angebote“, „Identifizierung mit dem Programm“ – dies sind nur einige der Aussagen, die im Rahmen des World-Cafés zum Thema: „Partizipation im Kulturrucksack” getroffen wurden. In acht Kleingruppen kamen 45 Kulturrucksack-Beauftragte miteinander über Fragen nach dem Mehrwert von teilhabeorientierten Ansätzen, Herausforderungen und den konkreten Möglichkeiten zur Einbeziehung junger Menschen in den Austausch. Deutlich wurde, dass durch eine höhere Identifikation mit dem jeweiligen Vorhaben auch ein größerer Zulauf entsteht und somit mehr Kinder und Jugendliche erreicht werden können. Flexibilität in der Angebotsplanung und Durchführung ist dabei ebenso ein wichtiger Indikator, wie die Offenheit und das Interesse der ausführenden Künstlerinnen und Künstler, um in den engen Austausch mit der jungen Zielgruppe zu gehen.

In der Begrüßung machte Herr Dr. Reitemeyer vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW deutlich, wie wichtig der Landesregierung die Einbeziehung und der Dialog mit der Zielgruppe des Kulturrucksacks ist, welcher gerade erneut evaluiert wird. Außerdem  gab er einen Ausblick auf das kommende Jahr 2022, in dem das Landesprogramm sein 10-jähriges Jubiläum feiert und neben einem Jubiläumsfachtag und einem Aktionstag auch ein BarCAMP mit Kindern, Jugendlichen und Kulturrucksackbeauftragten bereit hält. Zusätzlich konkretisierte er die Planungen der Ministerien, die Förderpauschale ab dem Jahr 2022 von 4,40€ auf 6,00€ pro Kind und Jugendlicher zwischen 10 und 14 Jahren zu erhöhen. Die erhöhte Förderpauschale soll ebenso genutzt werden, um neuartige und auch partizipative Projektvorhaben vor Ort auf den Weg zu bringen.

Um regional- und strukturspezifische Fragen mit weiteren Kolleginnen und Kollegen aus den Kulturrucksack-Kommunen erörtern zu können, fand zusätzlich eine Austauschrunde in aufgeteilten Gruppen statt. Während in den Einzelkommunen vor allem der Frage nach der zielgerichteten Verausgabung zahlreicher Fördermittel, wie „Aufholen nach Corona“ und Förderpauschale Kulturrucksack, nachgegangen wurde, standen bei den Verbund-Kommunen sowie Kreisen die Fragen nach kreis- und kommunalübergreifenden Netzwerkstrukturen sowie die zielgruppenorientierte Ansprache im Vordergrund.

Abschließend standen Herr Dr. Reitemeyer und Herr Jung als Vertreter der Ministerien im Rahmen einer Fishbowl-Diskussion für Fragen zur Verfügung. Ob Künstlernachwuchs, das Einholen von Führungszeugnissen, Orientierungsvorgaben für Honorarsätze oder die weiteren Planungen zum Jubiläumsjahr – die Fragen waren vielschichtig und führten zu einem anregenden Dialog mit den Ministerien.

Die Führung durch das soziokulturelle Zentrum „Stroetmanns Fabrik“, dem angrenzenden Park und den neu entstehenden Dritten Ort „Kulturhof Deitmar“ hielten für die Teilnehmenden zahlreiche Anregungen und Perspektiven bereit und rahmten den zweiten Erfahrungsaustausch.

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