- Castrop-Rauxel
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Castrop-Rauxel, 11. Oktober – Das Trafo und die Stadt Castrop-Rauxel haben ein klares Statement für Demokratie, Vielfalt und Toleranz gesetzt. In der Nacht zur Kommunalwahl wurde das Kinder- und Jugendzentrum Trafo von unbekannten Täter:innen mit rechtsextremem Gedankengut und AfD-Propaganda beschmiert – nun sollte es neu und kraftvoll gestaltet werden.
Ein starkes Zeichen der Stadt
Nach der Erstellung einer Strafanzeige und in enger Abstimmung mit dem Team vor Ort wurde beschlossen, die Schmierereien nicht einfach zu überdecken, sondern sie gezielt mit Kunst und Kreativität zu konfrontieren. Das Trafo, das bereits zuvor ein Ort der positiven Gestaltung war, dient nun als leuchtendes Beispiel gegen Hass und Ausgrenzung.
Aus "Remigration" wird "Remoulade" – Kreativität gegen Parolen
Ursprünglich als Mädchen-Workshop geplant, wurde die Aktion für alle geöffnet und erhielt durch die aktuellen Ereignisse eine tiefere Bedeutung. Drei Kinder nahmen aktiv teil. Darunter ein Teilnehmer mit geistiger Beeinträchtigung. Ihre Anwesenheit und ihr Engagement verdeutlichen die Kernbotschaft dieses Projekts: Jeder Mensch ist wertvoll, und Vielfalt ist unsere Stärke.
Unter der Leitung von Graffiti-Künstler Mike nutzten die Kinder die Wand, um den rechten Parolen positiv und humorvoll entgegenzuwirken. Besonders kreativ war die Umwandlung des rechten Kampfbegriffs „Remigration“ in das Wort „Remoulade“ – eine geistreiche Reaktion, die den niedrigen Bildungsstand der Täter:innen, erkennbar unter anderem an der falschen Schreibweise von „Deutschland“ ohne 't', sichtbar macht und ins Lächerliche zieht.
Pädagogische Aufarbeitung und Engagement für Demokratie
Die Neugestaltung der betroffenen Wände war mehr als nur eine kosmetische Reparatur. Mike, der glücklicherweise auch Erzieher ist, nutzte die Situation, um intensiv mit den Kindern über die zentralen Werte unserer Gesellschaft zu sprechen. Themen wie Demokratie, Vielfalt und Gleichberechtigung standen im Fokus. Der Workshop wurde so zu einer wichtigen Lektion in zivilem Engagement und Respekt.
Die Teilnahme an diesem Projekt war für die Kinder kostenfrei, da das Projekt vom Kulturrucksack NRW gefördert wird.










